Eindrücke von der gr8conf

von Tobias Kraft

Ich hatte die Möglichkeit vom 6. Bis 8. Juni die gr8conf in Kopenhagen zu besuchen und möchte in diesem Blogbeitrag meine Eindrücke zu den einzelnen von mir besuchten Sessions schildern. Die gr8conf widmet sich dem Groovy und Grails-Umfeld. 

Mittwoch

Am ersten Tag der gr8conf legten die Teilnehmer selbst Hand an und programmierten fleißig in sogenannten Bootcamps.

Meine erste Veranstaltung war das "Gradle Bootcamp", bei dem sich nach jeweils einer kurzen Themeneinführung eine Übung anschloss. Hierbei verwendete ich das erste Mal Gradle selbst und habe einen durchaus positiven Eindruck bekommen, da es wesentlich übersichtlicher und strukturierter wie bspw. Ant oder Maven ist.

Als weiteren Vortrag möchte ich "Jumpstarting Griffon" hervorheben, bei dem in einer Live-Demo eine Griffon-Applikation entwickelt wurde. Griffon wurde einen Tag später live während der Konferenz mit der Version 1.0 freigegeben. Griffon ist in jedem Fall eine Alternative zu nativen Java Swing-Applikationen, da sich damit ihn ähnlicher Geschwindigkeit, wie mit Grails, Applikationen entwickeln lassen.

Beim am Abend durchgeführten Hackergarten nahmen ca. 50 Personen teil. Hierbei ging es um den gemeinsamen Beitrag zu einem Open-Source-Projekt. Unter anderem wurden Erweiterungen bzw. Bugfixes für die Groovy-Unterstützung von IntelliJ, den AST-Browser, Griffon oder auch für das Spockframework umgesetzt. Ich habe beim Bugfixing für das Spockframework mitgewirkt.

Donnerstag

In der ersten Session "What's New in 1.8 and What's Coming in 2.0?" gab der Groovy Projektmanager Guiliaume Laforge einen Überblick über die verschiedenen Neuerungen in den Groovy-Releases. Zu einer Aussage wann Groovy 2.0 freigeben wird konnte er sich noch nicht durchringen.

Viele Teilnehmer konnte Mr. Haki in seinen beiden Vorträgen "Grails Hidden Gems" sowie „Groovy hidden Gems“ beeindrucken. Er präsentierte Live-Coding vom Feinsten für die Zuhörer und jeder der nicht dabei war dem sind Code-Snippets auf Github[1] bzw. Google [2] zum Nachlesen empfohlen.
Im Vortrag "Building a Groovy DSL" wurde aufgezeigt wie eine einfache Domain Specific Language entwickelt werden kann. Hier wurde insbesondere durch entsprechend nachgestellte Dialoge der Vortragenden zwischen Fachbereich und Technik verdeutlicht, wie hilfreich DSL’s zur Kommunikation sind.

Nach dem Mittagessen stellte Graeme Rocher in "Grails Update" die Neuerungen des bereits erschienenen 2.0 Releases vor. Als Ausblick für die folgenden Releases gab er unter anderem bekannt, dass Grails aufgrund der Größe zukünftig besser modularisiert wird.

Zum Abschluss des Tages besuchte ich noch die beiden Grails Sessions "Developing Mobile HTML5 Apps with Grails" und "Clean Code in Grails". Sehenswert war in der ersten Session vor allen Dingen wie einfach es möglich ist über ein Plugin Geo-Koordination abzuspeichern. Des Weiteren ist es generell sehr einfach möglich, über jQuery Mobile Applikationen für Smartphones und Tablets zu entwickeln. 

Freitag

Der Freitagmorgen startete bei mir mit "Grails EE". Dieser Vortrag zeigte deutlich auf, dass mit Grails auch größere Unternehmensprojekte mit einer Laufzeit von mehreren Jahren durchgeführt werden können. 

Neben dem Inhalt war vor allen Dingen der Vortragsstil von Russel Winder in der Session GPars hörenswert. GPars ist das Framework für Parallelität in Groovy bei dem Russel Winder selbst aktiv mitarbeitet. In seinem Vortrag beeindruckte er mich insbesondere mit kleinen Anekdoten aus seiner jahrelangen Erfahrung. 

In seinen beiden Vorträgen "Hacking the Spring Security Plugin" und "Under the Hood: Using Spring in Grails" tauchte Grails-Core-Commiter Burt Beckwidth in die Tiefen des Grails-Framework ein. Für weitere Informationen hierzu empfehle ich die entsprechenden Präsentationen [3].

Auch Peter Ledbrook vom Grails-Core Team hielt am Freitag zwei Vorträge, die ich besuchte. Mit "Vert.x" stellte er das vor kurzem erschienene Framework zur Entwicklung von asynchronen, skalierbaren und parallelisierbaren Applikationen vor. Vert.x läuft auf der JVM und bietet API’s für verschiedene Programmiersprachen an. In "Contributing to Grails" ging Peter Ledbrook auf Möglichkeiten zur Unterstützung des Grails-Projektes ein. Insbesondere ist es dem Grails-Core-Team wichtig, dass Grails nicht nur von VMWare-Mitarbeitern weiterentwickelt wird, da es ein Open-Source-Projekt ist, zu dem möglichst viele Personen beitragen dürfen und auch sollen. 

In meiner letzten besuchten Session "Spock Extensions Anatomy" wurde vorgestellt wie einfach das Spock-Framework erweitert bzw. für die eigenen Bedürfnisse angepasst werden kann. Für mich war es eine weitere Bestätigung, dass exensio auch zukünftig dieses Framework in seinen Projekten einsetzen wird.

Fazit

Die gr8conf ist eine kleinere, dafür qualitativ sehr hochwertige Konferenz. Die Sessions werden in vielen Fällen von den Verantwortlichen bzw. Core-Entwicklern von Groovy und Grails gehalten, so dass man alles aus erster Hand erfährt. Für Groovy- und Grails-Anhänger kann ich diese Konferenz uneingeschränkt weiterempfehlen.
Die Präsentationen sind auf der gr8conf-Seite [3] verfügbar, so dass man sich bei Bedarf näher informieren kann. 

Kategorien: GrailsGroovyKonferenz

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