Grails Entwicklung mit IntelliJ

von Peter Soth

Ein guter Editor reicht dem Puristen für die Entwicklung von Grails Applikationen aus. Werden die Projekte größer stellt sich jedoch die Frage, welche Entwicklungsumgebung (IDE) benutzt werden soll. Aktuell gibt es zwei IDEs, die in der Grails-Entwicklergemeinde benutzt werden:

  • SpringSource Tool Suite (STS) [1]
    STS basiert auf Eclipse, dies hat den Vorteil, dass das reichhaltige Angebot von Eclipse-Plugins benutzt werden kann. Dies hat jedoch auch den Nachteil, dass ein schlecht implementiertes Plugin das ganze Eclipse runterreißen kann.
  • IntelliJ IDEA [2]
    Basiert nicht auf Eclipse. Im Settings-Dialog kann die Eclipse-Keymap eingestellt werden, um die tief verinnerlichten Eclipse-Short-Cuts weiterbenutzen zu können. Als Nachteil könnte bei IntelliJ vielleicht aufgeführt werden, dass Spring Insight (Profiling Aufsatz für den Tomcat) nicht "out of the box" integriert ist. Zudem ist die Ulimate Edition (nur diese unterstützt die Entwicklung von Grails Applikationen) kostenpflichtig.

Wir haben bei exensio bisher STS benutzt, haben in letzter Zeit jedoch vermehrt gehört, dass die Entwicklung mit IntelliJ schneller vonstattengeht. Um es kurz zu machen, IntelliJ scheint unserer Meinung nach wirklich eine gelungene IDE zu sein. Vor allem viele Kleinigkeiten finden wir sehr beachtenswert. Eine Liste mit allen Groovy und Grails Funktionalitäten finden sich hier [3][4]. Folgende Punkte haben uns bei IntelliJ beeindruckt:

  • Stabilität:
    Bei STS war oft das deployte WAR irgendwie inkonsistent und es erschienen irgendwelche komischen Fehlermeldungen. Durch ein “grails clean” war die Applikation wieder deploybar, aber dieser Prozess war auf Dauer zu nervig.
  • Einfacherer Setup:
    Bei Eclipse gibt es so viele Settings, sodass leicht etwas übersehen wird. Bei IntelliJ ist alles, was ein Grails-Entwickler benötigt, vorab konfiguriert.
  • Debugging:
    Das Debugging von Closures ist bei IntelliJ "out of the box" möglich. Bei STS muss dies erst konfiguriert werden [5]. War bei uns in der STS 2.7.1 Version vorab gesetzt, das Debugging von Closures haben wir jedoch nicht hinbekommen. Des Weiteren ist es sehr mühsam, (wenn überhaupt möglich) die Variablen zu inspizieren.
  • Übersichtlichkeit:
    Wir finden IntelliJ übersichtlicher. So hat man immer die Gruppe (Domain-Klasse, Controller, Views und Test) im Blick.

Oder es ist einfach möglich, per Klick von einer Action in einem Controller in die GSP-Seite zu springen.

Des Weiteren ist kann ein ER-Diagramm einer Domain-Klasse in Beziehung zu den anderen angezeigt werden. Hier ein Beispiel eines Star Schemas, das wir mit Grails GORM modelliert haben. Diese Funktionalität ist sehr nützlich, wenn das Datenmodell anfängt zu wachsen.

Fazit

Wir wollen hier keine Empfehlung geben, welche Groovy/Grails IDE nun die bessere ist, da die Wahl einer IDE für einen Entwickler einer Glaubensfrage gleicht ;-) . Jedoch fällt auf, dass IntelliJ sehr viele Kleinigkeiten anbietet, die in Summe die Grails-Entwicklung wirklich vereinfacht und beschleunigt. Es fällt auch auf, dass bei IntelliJ die Entwickler ermuntert werden, Verbesserungsvorschläge und Wünsche einzubringen, dies merkt man unweigerlich bei der täglichen Arbeit. Wer sich selber überzeugen möchte, kann sich eine Testlizenz herunterladen, die 30 Tage gültig ist.

Kategorien: Grails

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