Mobile Forum Stuttgart und die Cross-Plattform Entwicklung für mobile Geräte

von Manuel Breitfeld

Am vergangenen Freitag war ich auf dem ersten Mobile Forum in Stuttgart - und es war sehr interessant. In diesem Beitrag möchte ich kurz zusammenfassen, was mir besonders in Erinnerung geblieben ist.

Cross-Plattform Entwicklung

Nur wenige Vorträge haben sich mit nur einem bestimmten System auseinandergesetzt. Fast alle Vorträge hatten alle aktuell populären Systeme im Blick und stellten Möglichkeiten vor, wie man am besten damit umgeht. Dabei haben die Referenten die Nachteile nicht unter den Tisch fallen lassen, was ich sehr lobenswert finde.

Die folgenden Möglichkeiten möchte ich hervorheben.

jQuery Mobile

Die meisten, die im mobilen Bereich arbeiten, haben sicherlich schon von jQuery Mobile gehört. jQuery Mobile ist vor allem dann nützlich, wenn es sich um Daten getriebene Web-Applikationen handelt, die auch mobil bereit gestellt werden sollen. Durch Annotationen / HTML-Attribute können z.B. Listen oder Tabellen einfach durchsuchbar oder sortierbar gemacht werden (jQuery Mobile generiert die nötigen Elemente automatisch in den HTML Code) - und das Layout passt sich automatisch dem Gerät des Benutzers an (Responsive Webdesign).
 
Für bestimmte Designs oder zur Einhaltung der Corporate Identity steht der exzellente Theme Roller bereit. Nie war es einfacher, ein Design online mit ein paar Klicks für alle UI Komponenten flexibel zu gestalten. Definitiv ein großes Plus!

Titanium Mobile

Titanium Mobile hat einen anderen Ansatz. Anstatt auf eine mobile Website zu setzen, kann man mit Titanium Mobile Apps erstellen - für jede Plattform! Das hört sich erstmal wie PhoneGap / Apache Cordova an, ist es jedoch nicht. Während PhoneGap zwar Apps erstellen kann, ist die App tatsächlich eigentlich nichts anderes als ein Fullscreen-Browser, der HTML5 (mit Javascript auf native API-Funktionen) anzeigt.
 
Das Resultat von Titanium Mobile hingegen sind echte, native Apps. Man entwickelt in Titanium Mobile mit JavaScript Syntax und "deployed" dann die App mit Hilfe eines Cross-Compilers für die jeweilige Plattform. Kurz: Titanium Mobile übersetzt die Plattform-unabhängige Syntax in nativen Code.
 
Die Vorteile liegen auf der Hand: Man kann alle Funktionen einer App ausschöpfen, die App ist performant und man kann diese zeitgleich für iPhone, Android, BlackBerry, Windows Phone 8,... etc. anbieten. Der Haken? Wird eine neue Version einer Plattform (z.B. iOS 7) veröffentlicht, ist man auf ein Update des Titanium SDKs angewiesen.

 

Fazit

Das Mobile Forum Stuttgart bot viel Abwechslung und spannende Vorträge. Es wurden viele unterschiedliche Tools vorgestellt, so dass sicherlich für jeden etwas dabei war. Alle Tools haben Stärken und Schwächen und so sollte man bei der Entscheidungsfindung genau überlegen, was der Anwendungszweck der mobilen Applikation sein wird.
 
Wünscht der Kunde ein Spiel für iPhone und iPad, mag jQuery Mobile sicherlich eher der schlechteste Ansatz sein. Für eine Web-Applikation, die auch mobil schnellen Zugang zu wichtigen Daten bieten soll, mag jQuery Mobile hingegen eine einfache Lösung sein - insbesondere wenn sich die Entwickler bereits mit "gewöhnlicher" Web-Entwicklung (HTML+JS+CSS) auskennen.

Kategorien: HTML5KonferenzMobileResponsive Design

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