Personalisierungsformen bei Portalen

von Peter Soth

Eine wichtige Funktion von Portalen stellt die Personalisierung dar. Erst hiermit ist es möglich, Informationen zielgerichtet verschiedenen Benutzergruppen zur Verfügung zu stellen. Zuerst boten Framework-Portale [1], wie das Oracle WebLogic Portal, Oracle WebCenter, IBM WebSphere Portal aber auch das Liferay Portal diese Funktionalität an. Beim Liferay Portal sei hier angemerkt, dass erst mit der Version 6 eine regelbasierte (Rules-Engine) Personalisierung möglich ist. Neuerdings bieten jedoch auch die Hersteller von Content-Management-Systemen (CMS) wie OpenText oder Day diese Funktionalität an.

Im Folgenden werden die verschiedenen Formen der Personalisierung erläutert:
  • Explizite Personalisierung – bei der expliziten Personalisierung wird basierend auf dem Benutzerprofil die Personalisierung durchgeführt. Das Benutzerprofil sollte die Möglichkeit bieten, Informationen aus verschiedensten Systemen – wie LDAP, Active Directory aber beispielsweise auch SAP – aggregieren zu können. Mit der expliziten Personalisierung ist es beispielsweise möglich Mitarbeitern aus verschiedenen Abteilungen unterschiedliche Informationen bereitzustellen. Oder bei einem Kundenportal könnte der Kunde einen Teaser mit einem Geburtstagsgruß eingeblendet bekommen.
  • Implizite Personalisierung – bei der impliziten Personalisierung wird das Interaktionsverhalten des  Benutzers für die Personalisierung benutzt. Klickt ein User beispielsweise des Öfteren auf eine risikoreiche Anlageform, so erhält er im Weiteren mehr Informationen zu risikoreichen Anlagen. Diese Form der Personalisierung ist technisch und fachlich am schwierigsten zu realisieren. Die meisten Portale unterstützten nur die Verarbeitung der Klick-Events. Im Hintergrund müssen dann jedoch noch teilweise sehr aufwändige Prozesse laufen. Des Weiteren ist es hier sehr wichtig einen sehr guten Web-Miner an der Hand zu haben, der in dem großen – durch Web-Tracking – angehäuften Daten solche Muster erkennen kann. Diese Form der Personalisierung ist die komplexeste, wobei davon auszugehen ist, dass diese Form der Personalisierung in den nächsten Jahren immer mehr Anhänger finden wird, da sie gerade bei Kundenportalen interessante Möglichkeiten bietet.
  • Individualisierung – hierbei kann ein Users sich das Portal eigenen Anforderungen anpassen. So ist es beispielsweise für den Benutzer möglich Portlets auf einer Seite nach eigenen Kriterien anzuordnen und zu parametrisieren (zum Beispiel die Url bei einem RSS Feed).

Fazit

Bei einem Portalprojekt ist zunächst zu klären, welche Form der Personalisierung relevant ist. Die explizite Form unterstützen die meisten Hersteller. Jedoch ist darauf zu achten, dass die Personalisierung auf einer Rules-Engine basiert. Bei der impliziten Form ist davon auszugehen, dass bei den meisten Produkten noch Drittsysteme – beispielsweise eine Real Time Decision Engine, die basierend auf einem Model in Echtzeit Entscheidungen trifft, was für welchen Benutzer angezeigt werden soll -  angeschafft werden müssen.

Kategorien: IT-ConsultingPortale

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