Requirements Engineering nach IREB

von Irving Tschepke

Nach dem Wunsch von 2 Kollegen, sich mit dem Thema „Anforderungen“ näher beschäftigen zu wollen, haben wir kurzerhand eine interne Fortbildung für alle Mitarbeiter veranstaltet. Neben dem Gedanken, dass alle Mitarbeiter Grundkenntnisse im Requirements Engineering besitzen sollten, hatten wir auch ein weiteres Ziel: ein gemeinsames Verständnis für die Anforderungsanalyse zu entwickeln und das Zusammenspiel zwischen den Kollegen, die mehr beim Kunden vor Ort sind und täglich sich mit Anforderungen beschäftigen und jenen, die ihren Schwerpunkt auf der Entwicklung haben, zu fördern.

Über die Technische Akademie Esslingen TAE (https://www.tae.de/) haben wir Kontakt zu Frau Dr. Andrea Herrmann (http://herrmannehrlich.twoday.net/) aufgenommen, die für uns ein 2-tägiges Programm mit dem Titel „Requirements Engineering nach IREB“ zusammengestellt hat.

IREB ist das „International Requirements Engineering Board“, eine non-profit Organisation, die sich zum Ziel gesetzt hat, Aus- und Weiterbildung im Requirements Engineering zu fördern und einen entsprechenden Standard entwickelt hat.

In intensiven Sessions haben wir uns in 2 Tagen mit einer Fallstudie auseinandergesetzt und dabei alle wesentlichen Themen des Requirements Engineering vermittelt bekommen und in Übungen angewendet. Beginnend mit der Definition des Systems und dessen Kontext haben wir die verschiedenen Erhebungsmethoden kennen gelernt und darauf aufbauend die Anforderungen an das System in Form von Use Cases beschrieben.

Intensive Diskussionen gab es beim Thema Qualitätsanforderungen, da hier insbesondere die praktischen Erfahrungen die Bedeutung dieser Art von Anforderungen relativiert: Aspekte wie beispielsweise Wartbarkeit und Sicherheit will jeder Kunden haben, aber es soll am besten nichts kosten… Auf der anderen Seite ist es nicht einfach, Anforderungen dieser Art messbar und damit nachprüfbar zu machen.

Frau Dr. Herrmann hat auch auf unseren Wunsch hin Aspekte des GMP (Good Manufacturing Practice) beleuchtet, da wir durch unsere Tätigkeiten für die Pharma Industrie uns mit diesem Thema beschäftigen müssen.

In verschiedenen Übungen haben wir die diversen Diagrammtypen der UML angewendet (wie Use Case-, Aktivitäts- und Zustands- und Klassendiagramm) und dafür das freie UML Werkzeug StarUML (http://staruml.io/) eingesetzt. Über unsere (auch bereits vor der Schulung vorhandenen) Erfahrungen mit dem Tool berichten wir in einem späteren Blog-Beitrag. Die aktuelle Verwendung verschiedener Diagrammtypen in unseren bisherigen Projekten haben wir auch beleuchtet. Nicht alles, was die UML bietet, kann man auch dem Endkunden zur Abstimmung der Anforderungen vorlegen. So setzen wir bereits heute sehr gezielt nur eine Auswahl von Diagrammtypen ein. Zudem stellt sich auch immer die Frage des Kosten-Nutzen-Verhältnisses.

Schließlich haben wir uns noch mit dem Management der Anforderungen im Projektverlauf beschäftigt (Requirements Management) und uns mit dem (für uns üblichen) iterativen Vorgehen und Change Request Verfahren auseinander gesetzt.

Das Ziel, eine gemeinsame Basis beim Thema Requirements Engineering für alle Mitarbeiter der exensio zu schaffen, ist erreicht. Nun gilt es, die ein oder andere Anregung aus den beiden Tagen näher zu betrachten und in den Projektalltag zu integrieren.

Einen herzlichen Dank nochmals an Frau Dr. Herrmann, die uns in der Kürze der Zeit sehr fundiert das Requirements Engineering nach IREB vermittelt hat und auf unsere Spezialthemen eingegangen ist.

Kategorien: exensioRequirements EngineeringRequirements Management

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