Unsere Enterprise 2.0 Plattform - basierend auf dem Grails-Framework

von Peter Soth

Mit diesem Blogeintrag will ich über die Entwicklung unserer Enterprise 2.0 Plattform berichten. Es werden weitere Beiträge, die Teilaspekte der Plattform beleuchten, folgen. Die Entwicklung unserer Enterprise 2.0 Plattform basiert auf dem Framework Grails [1], das wir seit dessen Veröffentlichung sehr erfolgreich in diversen Web-Projekten einsetzen.

Warum eine weitere Enterprise 2.0 Plattform?

Schaut man sich den Markt für Enterprise 2.0 Lösungen an, so kann der Markt folgendermaßen klassifiziert werden:

  • Spezialisierte Anbieter – hierzu zählen beispielsweise ThoughtFarmer, SocialText, Confluence oder XWiki (Open-Source). Diese Lösungen waren meistens ursprünglich Wikis und wurden im Laufe der Zeit um weitere Funktionalitäten erweitern. Ein guter Überblick findet sich hier [2].
  • Content Management Systeme – wurden in den letzten Jahren um Enterprise 2.0 Funktionalitäten erweitert. Zu den kommerziellen Anbietern zählen beispielsweise OpenText oder Day CQ. Im Open-Source-Bereich finden sich hier beispielsweise TYPO3 oder Drupal.
  • Portal Anbieter – hierzu zählen alle großen, wie IBM (WebSphere / Lotus Connections / Lotus Quickr), Microsoft (Sharepoint) oder Oracle (WebCenter) aber auch Liferay aus dem Bereich Open-Source.
Unsere Enterprise 2.0 Plattform wird sich von der Idee auch im Portal-Segment wiederfinden. Im Vergleich zu den „großen“ Systemen soll unsere Lösung vor allem durch einen modularen Aufbau bestechen. Des Weiteren wird eine einfache Anpass- und Erweiterbarkeit durch das Grails-Framework erreicht. Es müssen nur die Teile benutzt werden, die vom Kunden in unterschiedlichen Projekten gefordert werden. So kann dies bei einem Wiki beginnen und bei einer komplexen Portal-Lösung enden.

Ein Portal hat hier (meine persönliche Meinung) den großen Vorteil, dass es einen ganzheitlichen Ansatz verfolgt. Das Portal ist hier mit einem Cockpit vergleichbar. Der Benutzer muss nicht zwischen verschiedenen Applikationen (bestehendes Portal und neu eingeführte Enterprise 2.0 Lösung) umschalten.

Als Beispiel möchte ich ein Außendienst-Portal heranziehen. Mit diesem erhalten die Außendienst-Mitarbeiter aktuelle Informationen in Form von Dokumenten oder die aktuellen Verkaufszahlen aus SAP. Dieses kann mit einem Microblog angereichert werden. Mit diesem können die Außendienst-Mitarbeiter - in Echtzeit - Informationen (beispielsweise über das Verhalten des Wettbewerbers) austauschen. Der Innendienst kann sich auch auf diesen Informationskanal („Flurfunk“) aufschalten und erhält tagesaktuelle Informationen über das Marktgeschehen.

Funktionalitäten unserer Enterprise 2.0 Plattform

In diesem Abschnitt möchte ich die Funktionalitäten beschreiben, die aktuell geplant sind. Weitere Funktionalitäten, wie Activity Stream oder Unterstützung von mobilen Endgeräten werden in Zukunft noch aufgenommen werden.
  • Content Management – hier haben wir uns entschieden, ein kleines CMS System selbst zu entwickeln. Weceem, ein CMS basierend auf dem Grails-Framework, war nicht mit unserem Portal-Gedanken zu verbinden. Wir sehen hier vor allem die Anforderung, dass Content in Form von Portlets dargestellt wird. Hier werden auch Informationen, wie Bilder oder Filme gespeichert.
  • Wiki – dieses Modul wird es einem Team ermöglichen Informationen zu dokumentieren. Im Unterschied zum CMS gibt es hier beispielsweise keinen Workflow.
  • (Micro)Blog – dieses Modul ermöglicht das Erstellen von Blogs. Mit Microblogs können Kollegen in Echtzeit Kurzinformationen austauschen (Twitter unternehmensintern).
  • Dokumenten Management – hier sind wir noch auf der Suche nach einem geeigneten Open-Source-System, das sich einfach integrieren lässt.
  • Tag-Management – ist die zentrale Komponente. Alle Informationen sollen mit Tags versehen werden können. Mit diesen Tags ist es dann auch möglich, eine Faceted-Search zur Navigation aufzubauen. Die integrierte Suche kann mit Hilfe der Tags bessere Ergebnisse liefern.
  • Kommentieren und Bewerten – dies ist auch eine zentrale Komponente. Es soll möglich sein, Content, Dokumente, Wiki- und Blog-Einträge kommentieren und bewerten zu können.
  • Suche – hier benutzen wir Apache Lucene bzw. Apache Solr.
  • Portlets – alle Module können in Form von Portlets integriert werden. Des Weiteren können Portlets auch Informationen aus Back-End-Systemen - wie SAP - darstellen.
  • Kollektive Intelligenz – dieses Modul soll Empfehlungen geben. Zum Beispiel, könnte ein Benutzer Informationen erhalten, dass sein Kollege Dokumente gelesen hat, die mit denselben Tags verknüpft sind, die auch für sie oder ihn von Interesse sein könnten.

Aktueller Stand

Die Implementierung der CMS-Funktionalitäten, des Blogs und die Applikations-Integration mittels Portlets ist abgeschlossen. Gegenwärtig arbeiten wir am Wiki, dem Tag Modul und der Suche.

Aufruf zur Mitarbeit

Wir suchen Mitstreiter, die an diesem Projekt mitarbeiten wollen. Voraussetzung wären Kenntnisse des Grails-Frameworks und eine Affinität für das Thema Enterprise 2.0.

Kategorien: ClaretportalexensioGrails

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