Unterstützung des Pharma Außendienstes mit intelligenten Informationssystemen

von Irving Tschepke

Vor kurzem habe ich einen interessanten Pharma Artikel mit dem Titel „Außendienst bleibt im digitalen Zeitalter unersetzlich“ [1] gelesen. Berichtet wurde von einer von der GFK [2] durchgeführten Grundlagenstudie über die Erfahrungen von Ärzten in der Nutzung der neuen digitalen Medien.

Allen, die sich für dieses Thema interessieren, kann ich den Artikel nur ans Herz legen. Ich will hier nur einige wenige Aspekte wiedergeben, die ich persönlich in Bezug auf unsere Tätigkeitsschwerpunkte besonders interessant fand.

Informationsbeschaffung und Weiterbildung

In erster Linie werden Online Angebote zur beruflichen Informationsbeschaffung und insbesondere Weiterbildung genutzt. Dabei spielen die Online-Angebote von Fachzeitschriften, medizinischen Webseiten, Webseiten von Fachgesellschaften und Online Datenbanken die größte Rolle. Skepsis herrscht dagegen bei den Web-Angeboten der Pharmahersteller in Bezug auf Vollständigkeit und Objektivität. Hier ist sicherlich noch ein Betätigungsfeld für die Pharmahersteller, mit professionellen Angeboten diese Skepsis abzubauen.
Immerhin erfreuen sich virtuelle Vorträge zu Produkten und die Präsentation wissenschaftlicher Materialen größerer Beliebtheit bei den Ärzten – auch wenn deren Eignung noch eher zurückhaltend bewertet wird.

Rolle des Außendienstmitarbeiters ändert sich

Der wesentliche Schluss aus den Erhebungen war, dass der persönliche Kontakt des Außendienstes nach wie vor unersetzlich ist. So wird dessen persönliche Präsentation immer noch einer virtuellen Präsentation vorgezogen. Allerdings verändert sich die Rolle des Außendienstmitarbeiters, der als Beziehungs- und Wissensmanager professionell den Informationsbedürfnissen der Ärzte für Produkt- und Medizinfragen zur Verfügung steht.

Unterstützung mittels Wissensmanagement Systeme

Hierbei muss der Außendienst natürlich effektiv durch entsprechende IT Systeme unterstützt werden. Wissensmanagement Systeme bilden die notwendige Basis, die geeigneten Informationen stets im Zugriff zu haben und ermöglichen die Interaktion mit den Experten im eigenen Haus.
Wir können diese Entwicklung nur bestätigen. exensio arbeitet aktuell an der Implementierung einer solchen Lösung [3], die unter anderem vorhandene Informationen und Wissen schnell auffindbar zur Verfügung stellt, die Zusammenarbeit und Kommunikation zwischen Außendienst und Backoffice (beispielsweise den Medizinern) erleichtert und Möglichkeiten bietet, Erkenntnisse aus Frage-Antwort-Zyklen für alle anderen Benutzer zugreifbar abzulegen.
Kernelemente dieser Lösung sind daher:
  • Eine effektive Suche umgesetzt in Form einer Faceted Search [4]
  • Tagging Mechanismen zur Umsetzung einer Taxonomie
  • Bekannte Dokumentenmanagement Funktionalitäten
  • Wiki Funktionen zur leichten und schnellen Informations- und Wissenserfassung
  • (Micro-) Blog Funktionen zum schnellen und collaborativen Austausch
Hinzu kommen natürlich Unternehmens-individuelle Anwendungen zur Unterstützung von Mikroprozessen, die dann in diese Lösung integriert werden, ebenso wie die Anbindung von Backend-Systemen, wie beispielsweise SAP oder ein CRM-System.

Ausblick

Es ist zu erwarten, dass die Online-Affinität der Ärzte bedingt durch die nachrückende jüngere Ärzte-Generation weiter massiv steigen wird. Professionelle Angebote hinsichtlich interaktiver Kommunikation mit den Ärzten werden in den Vordergrund rücken – sowohl aus Sicht der Weiterbildung als auch der Betreuung durch den Außendienst. Und hierfür sind wiederum intelligente Informationssysteme gefordert.

Kategorien: Enterprise 2.0PharmaWissensmanagement

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