W-JAX 2013 München, ein kurzer Rückblick

von Xuetao Li

dieses Jahr hatte ich wieder die Gelegenheit, an der W-JAX Konferenz in München teilzunehmen.

W-JAX ist die führende Fachkonferenz im deutschsprachigen Raum für die Java-Plattform. Unter "Java-Plattform" versteht sich sowohl die Java Technologie selbst, als auch dieser naheliegende und aktuelle Themen wie Architektur, Agile & Lean, Funktionale Programmierung, JavaScript & HTML5, Big Data & NoSQL, DevOps, Mobil usw. 
 
Angefangen mit dem Agile-Day am Montag, den 4. November, gefolgt durch die Hauptkonferenz-Tage von Dienstag bis Donnerstag war ich insgesamt vier Tage lang vor Ort in München. Dank der großen Themenauswahl war ich dabei nie gelangweilt. Es war ein gelungener Besuch und ein "Big-Deal" von technologischen Inputs und Ausblick in die verschiedensten Themen-Gebiete.

Agile Vorgehensweisen

Der Vortrag "Staying Lean" vom Matthias Lübken hat bei mir einen großen Eindruk hinterlassen. Anhand von praktischen Beispielen und Methoden wie "Visionkeeper", "Github pull requests" und "Cross functional empowered Teams" hat er gezeigt, wie das Lernen voneinander sowie die Motivationen ständig wachsender Teams gefördert werden kann.

Eine weitere für mich sehr interessante Session war die Gegenüberstellung von der Entwicklung eines Produkts und der eines Projektes. Der Vortragende Jens Coldewey betrachtete dabei ein Projekt als "ein endliches Spiel" und ein Produkt als "ein unendliches Spiel". Beide haben unterschiedliche Charaktere und verfolgen auch ganz andere Ziele. Meistens spielen wir entweder ein endliches oder ein unendliches Spiel. Es gibt aber auch Fälle, in denen ein "endliches Spiel" innerhalb eines "unendlichen Spiel" existiert. Die aktuelle Situation genau zu erkennen bzw. zu definieren könnte schon die halbe Miete für solch eine Problematik sein.

Technik

während den Hauptkonferenz-Tagen gab es morgens bis abends bis zu 10 parallele Sessions zu verschiedenen technischen Themen. Ich werde hier nicht die einzelnen aufzählen, sondern meine persönliche Eindrücke kurz schildern. 
 
Einer davon ist das Comeback von JavaScript. Es entstehen jedes Jahr rund um der Java-Plattform neue Technologien und Frameworks. Nicht wenige davon werden in den nächsten Jahren weniger populär sein. Selbst die gute alte relationale Datenbanken verliert gerade an Bedeutung. Im Vergleich dazu hat JavaScript sich eine starke Marktposition erarbeitet. Aufgrund der Tatsache, dass die JavaScript Engines reifer und schneller werden, gewinnt die einfache REST-Api  - als Basis vieler neuen Techniken und Methoden - immer mehr Bedeutung. 
 
An dieser Stelle möchte ich den tollen Vortrag von Oliver Zeigermann über "JavaScript für Java-Entwickler" unbedingt erwähnen. Er hat praktische Tipps und Code-Beispiele gezeigt, was ich als Java-Entwickler im täglichen Leben einsetzen könnte (Schlüsselworte: "Sichtbarkeiten", "Module", "Automatisierte Tests von JavaScripts").
Ein weiterer Eindruck, den ich gewonnen habe ist, dass Java EE immer mehr fachliche Aspekte abbildet und dabei einfacher wird. Mit Hilfe von standardisierten Annotationen lässt sich z.B. ein ganzer Use-Case als transaktional definieren, statt wie bisher über eine "doAll"-Servicemethode zu implementieren. Die Servicemethoden des Use-Cases fangen die CDI-Events und werden hierdurch ausgeführt.
 
Viele nette Features, die vor 5 Jahren nur aus dem Spring-Ökosystem bekannt waren, findet man nun auch im standardisierten Java EE Context wieder.
 
Auch die von mir besuchten Vorträge zu den Themen "DevOps" und "Funtionale Programmierung" waren interessant.

Ein bisschen Philosophie ...

"Everything should be made as simple as possible - but not simpler." Dierk König ist einer meiner Lieblingsspeaker. Er hat während seines Vortags mit dem Titel "einfach" mehrere Sätze zu diesem Thema zitiert, unter anderem auch diesen vom Albert Einstein. 
"Es ist in der Realität nicht einfach, Einfaches einfach zu halten." Wir als Software-Entwickler kämpfen oft mit der Komplexität. Für jede Aufgabe gibt es passende Werkzeuge, die richtigen und notwendigen auszuwählen kann helfen, die Lösung einfach zu halten. 

Dierk König konnte zum Schluss mit seiner Mini-Grails-Applikation namens "MittieWiki" mit 68 Lines of Code, 100% Test-Abdeckung und den recht vielen intuitiven Features noch mal überzeugen. 
Hier ist der github-Link zu MittieWiki für ebenfalls interessierte Leser.

Schlusswort

Herzlichen Dank an alle Speaker der von mir besuchten Vorträgen, die meistens super waren. Auch die Organisation der W-JAX 2013 war wie immer top professionell.

Kategorien: Konferenz

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