Wie macht man Intranet-Portale fit für die mobile Welt?

von Peter Soth

Intranet-Portale versorgen Benutzer mit personalisierten Informationen aus unterschiedlichsten Systemen. Die Daten werden hierzu in sogenannten Portlets bereitgestellt. Eine Portal-Seite kann mehrere Portlets, wie beispielsweise News, die aktuellsten Dokumente und eine Kontaktsuche enthalten. Auf einem Desktop-Monitor steht genügend Platz zur Verfügung, um alles anzeigen zu können. Aber wie sieht es auf mobilen Endgeräten, wie dem iPhone bzw. dem iPad aus?

Folgende Varianten sind denkbar:

Existierendes Portal über mobilen Browser anzeigen:

Diese Variante ist nur als Notlösung, für Projekte mit geringem Budget, zu sehen. Des Weiteren nur für Tablets, wie das iPad geeignet, da auf einem Smartphone der vorhandene Bildschirm einfach zu klein ist. Hierbei ist meistens nur die Bildschirmbreite zu überprüfen und an die des Tablets anzupassen. Ein offenkundiger Nachteil ist hier jedoch, dass man fast bei jedem Klick zunächst den Link selbst vergrößern muss.

Mobiles User-Interface mit HTML5 und jQuery Mobile:

In diesem Fall ist ein neues UI zu implementieren. Die Portlets können, wie in den Bildern unten gezeigt, in ein Accordion gepackt werden. Die Kosten sind höher, da ein zusätzliches User-Interface zu entwickeln ist - aber geringer, als der im nächsten Abschnitt beschriebenen App-Variante. Auch hier reicht ein Browser, wie der Safari vollkommen aus. Als weiterer Pluspunkt ist noch die Unterstützung von Smartphones zu erwähnen.

Entwicklung einer nativen App:

Diese Version kann alle Funktionalitäten am besten nutzen und die gewohnte Haptik optimal unterstützen. Die Kosten sind bei dieser Variante jedoch am größten. Des Weiteren sollte auch für jedes Endgerät (Android, iPhone, iPad, ...) eine eigene App entwickelt werden. Frameworks wie PhoneGap oder Titanium Mobile mögen die Implementierungsaufwände reduzieren, kommen meistens aber nicht an den Funktionsumfang einer richtigen nativen App heran, die mit dem SDK des Herstellers speziell für ein dediziertes Gerät umgesetzt wurde.

Wie können Portlets in diesem Fall in die mobile Welt transformiert werden?
Eine Variante wäre, alle Portlets als Applets umzusetzen. Es gäbe demzufolge eine App für die News, eine für die aktuellsten Dokumente, noch eine für einen Shop usw. Diese würde man wiederum in eine App packen, die als Container fungiert. Des Weiteren könnten Power-Usern Links auf Apps der jeweiligen Hersteller (CRM, ERP, ...) erhalten. Auch die Bereitstellung von Offline-Inhalten (bspw. alle neuen Dokumente der letzten Woche) ist möglich. Ein Web-Browser reicht hier jedoch nicht mehr aus. Es wird ein App-Store (in Form eines Mobile Device Managements kurz: MDM) innerhalb des Unternehmens benötigt.

Wie kommt die App an die Daten?
Bei den ersten beiden Varianten wird das Rendering vom Portal selbst übernommen und als HTML ausgespielt. An dieser Stelle ist es jedoch notwendig, eine Schnittstelle zu implementieren, über die die App alle Daten - auch Rechte und Rollen für die Personalisierung auf App-Ebene - abrufen kann. Diese könnte beispielsweise auf einem RESTful Webservice mit JSON basieren.

Fazit

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um ein Portal fit für die mobile Welt zu machen. Im einfachsten Fall reicht eine Anpassung des existierenden Portals (Variante 1) aus. Will man jedoch die volle Funktionalität der mobilen Endgeräte ausnutzen, wird man nicht um eine native App herumkommen.

Kategorien: IT-ConsultingMobilePortale

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